WIEDERGEBOREN
“Ich weiß nichts als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten” (1. Kor 2,2)

 

05 - Was ist der Mensch ?

 

Nun kehren wir mit unserer Aufmerksamkeit wieder auf uns Menschen zurück. Wir sind gewohnt, uns selbst so einzuschätzen, wie wir gerade uns erleben. Sind wir niedergeschlagen, dann schätzen wir uns auch niedrig ein. Sind wir guten Mutes, trauen wir uns wieder mehr zu. Haben wir einen Menschen um uns, der uns schätz tund achtet, tut uns das gut und wir gehen den Aufgaben des Lebens zuversichtlich nach.

 

Gott, der den Menschen persönlicher als alles andere geschaffen hat, sieht den Menschen so, wie er berufen ist wirklich zu sein. Er soll ein Ebenbild Gottes sein, das ihm entspricht und ihm Ehre macht. Er hat ihn von Grundlegung der Welt in Christus erwählt, damit er heilig und tadellos vor ihm sei in Liebe. Ja wir sind vorherbestimmt zur Sohnschaft für Gott durch Jesus Christus zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade.

 

Der Ist-Zustand des Menschen

 

Das kommt manchem etwas hoch gegriffen vor und er wären schon zufrieden, wenn er halbwegs im Leben sich bewährt und gut durchkommt. Dabei sind wir schnell mit weniger zufrieden und so schätzen wir uns falsch ein.

Wie das Kunstwerk sich nicht selbst bestimmen kann, sondern der Künstler gibt ihm den Wert, so ist es auch mit uns Menschen. Wir können nicht selber unseren Wert bestimmen, Gott gab ihn uns.

Vor Gott ist es offenbar, allen mangelt die Herrlichkeit, die sie bei ihm haben sollten. Auch vieles von seinem Charakter würde nicht zu Gott passen, seine Unzufriedenheit, seine Bitterkeit, ja Bosheit des Herzens.

Die Schrift sagt: „Alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie bei Gott haben sollten  (1)  Sünde – spricht von einer Absonderung von seiner Bestimmung, sodass dann ein Mangel entsteht. Dann fehlt etwas von seiner rechten Stellung und er wird unsicher, unglücklich und unzufrieden.

Es geht nicht sosehr um unsere kleinen alltäglichen Schwächen und Fehler. Was fehlt ist wie bei eine verborgene Krankheit, die an uns nagt.

Christus sah diese Not und sagt: Ich bin nicht zu den Gesunden – die meinten sie seien gesund – gekommen, sondern zu den Kranken, die bereits erkennen, dass ihnen etwas fehlt. Wir lassen uns von einem Arzt erst dann gerne helfen, wenn wir merken, dass wir krank sind. Wir haben auch nicht solche Selbstheilungskraft, die alles Defizit der Sünde auflösen könnte.

Wie bemüht sich die Menschheit durch alle Zeiten hindurch, ein Paradies zu schaffen, von dem sie deshalb noch träumt, weil es einmal da war. Aber jeder Versuch scheiterte und kehrte sich wiederholt in noch größeres Unheil, weil der Mensch letztlich darin doch versagt.

 

Das Erbarmen Gottes

 

Dem Menschen fehlt ein kraftvoller Lebensstrom des Guten, der direkt von Gott kommt. Jesus Christus hat uns die Liebe des Vaters geoffenbart und ein neues Leben gebracht. Er war stets unter der Liebe des Vaters und so überwand er die zerstörende Macht der Sünde und des Todes, indem er in seiner leben-hingebenden Liebe am Kreuz Gottes Gegenwart in die tiefste Finsternis unseres Lebens brachte. Gott rettet so alle jene, die den Sohn aufnehmen aus der Herrschaft der Finsternis und versetzt sie in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in dem sie die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden.

 

Unsere Berufung ist heimzukehren

 

Wenn der Mensch wieder auf das Reden Gottes hört und auf seiner Berufung, dann wird dieses Heimweh nach Gott geweckt. Augustinus sagte: „Du hast uns auf dich hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir, o Gott.“ Allein der Sohn ist vom Vater ausgegangen und allein er ist der Weg, der zum Vater heimführt. Er errettet aus dem Gesetz der Sünde und des Todes und setzt ein neues Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus in Kraft, das im erneuerten Menschen zu wirken beginnt.

 

Damit das geschehen kann, muss es zu einer Neuschöpfung im Menschen kommen. Es muss die Blindheit des Herzens behoben werden, damit der Mensch geistlich sehend wird für Gottes Heil und sich von Herzen bekehrt von einer niederdrückenden Herrschaft der Sünde hinein unter die Herrschaft Gottes, in der Jesus Christus regiert. Gott nimmt solche als Söhne an und gibt den Geist der Sohnschaft, in dem sie gewiss sind, dass sie von Gott angenommen sind. Das löst einen seligen Frieden und eine überströmende Freude aus, in der der Mensch beginnt, neu Gott zu dienen.

 

1  Römerbrief 3, 23

 

 

Worte von Martin Luther:
 

Alle Wunder, die einmal geschehen sind, geschehen auch noch bis heute, durch den Glauben. Denn der Glaube macht Blinde sehend, Lahme gehend, Taube hörend.

So ist´s um die heilige Schrift bestellt, wenn man meint, man hab´s ausgelernt, so muss man erst anfangen.

Es ist kein größeres Ding, als wenn wir glauben können, dass Gott mit uns redet. Wenn wir das glauben, so wären wir schon selig.

Durch Leben, ja, durch Sterben und durch die Erfahrung der Verdammnis wird man Theologe.
Nicht durch Begreifen, lesen, oder spekulieren.


Und der Glaube ist nimmermehr stärker und herrlicher, als wenn die Trübsal und die Anfechtung am größten ist.

Denn das heißt nicht beten, wenn man in der Kirche steht und plärrt und plappert, sondern Angst lehrt recht beten, so wie man sagt:
"Hunger ist ein guter Koch".

 

═════════════ ღೋƸ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒღೋ═════════════

 

 

Endlich werden wir nun auf der nächsten Seite ( 06 )  uns näher ansehen, wie die Schritte zu dieser neuen Beziehung zu Gott aussehen werden.

 

 

 
 

Wie komme ich in das Reich Gottes ?

 

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